Was gibt es für Spiele?

Es gibt eine große Vielfalt von Settings und Systemen. Fantasy ist sehr verbreitet, aber jedes Genre ist erhältlich. Auch zu vielen großen Marken wie Star Wars oder Game of Thrones gibt es offizielle Rollenspiele. Es ist ebenfalls möglich, Settings selbst zu erfinden und Systeme daran anzupassen.

Die Systeme unterscheiden sich deutlich in der Komplexität ihrer Regeln. Komplexe Spiele erinnern vor allem in Kämpfen an taktische Brettspiele. Andere Spiele haben sehr wenig Regeln und lassen den Spielenden mehr Freiraum, einfach zu erzählen. Das hat nichts damit zu tun, wie viel Spielerfahrung man hat, sondern ist einfach Geschmackssache.

Das mit Abstand bekannteste Rollenspiel, oft als Synonym für das Hobby genannt, ist Dungeons & Dragons, ein Fantasy-Setting mit komplexen Regeln. Es gibt auch „Universalsysteme“, die mit sehr vielen Settings funktionieren, zum Beispiel Savage Worlds. Mit wenigen Regeln kommen EZD6 oder Tiny Dungeon aus.

Viele Rollenspiele bieten Schnellstarter-Regeln günstig oder sogar kostenlos als Download an. Auch gibt es viele freie Spiele wie Cairn.

Alle bis hierher genannten Produkte sind auf deutsch erhältlich. Wer das Englische gut beherrscht, hat noch eine sehr viel größere Auswahl.

Ein paar Spieleempfehlungen

Alle Spieleempfehlungen markieren wir entsprechend der Komplexität ihrer Regeln:

(●) Spiele mit wenig Regeln, die man schnell erlernen kann und die auf wenige Seiten passen. Oft steht die freie Erzählung im Vordergrund. In der Regel haben die Spieler an einem Abend das Spiel vollständig erlernt und könnten es selbst leiten.

(●●) Spiele mit mehr Regeln, die samt Setting in ein einzelnes Buch passen. Meist haben die Spieler die für ihren Charakter relevanten Regeln an ein oder zwei Abenden erlernt.

(●●●) Spiele mit komplexen Regeln. Oft erstrecken sich die Regeln über mehrere Bücher und bieten eine große Auswahl von spezifischen Fähigkeiten für die Charaktere. Es gibt für eine Vielzahl von Situationen spezielle Regeln, die man immer wieder nachschlägt. Empfehlenswert für Spielende, die Spaß an tiefgehenden Brett- und Taktikspielen haben.

Die Großen

Das älteste und bekannteste Rollenspiel ist Dungeons & Dragons (●●●, Link, Starter, Starterbox), im englischsprachigen Raum ist es oft Synonym für jegliche Rollenspiele. Es spielt in einer detailliert beschriebenen Fantasywelt und hat ein sehr ausführliches Regelwerk, das fast ein wenig an Brett- oder Computerspiele erinnert. Eine ähnliche Position im deutschen Sprachraum hat Das Schwarze Auge (●●●●, Link, Starter, Starterbox).

Universalsysteme

Diese Spiele haben den Anspruch, dass mit ihren Regeln so ziemlich jedes Setting verwirklicht werden kann. Beispiele sind das action-orientierte Savage Worlds (●●, Link, Starter) oder Fate Kompakt (●, Link, es gibt auch das ausführlichere Fage Core), das eher freie Erzählung zulassen will.

Klassiker

Call of Cthulhu (●●, Link, Starter) ist ein Horrorspiel, in dem Forscherinnen und Detektive in den 1920ern düsteren Kulten auf der Spur sind.

Shadowrun (●●●●, Link, Starter) handelt von Kriminalität und Spionage in einer Cyberpunk-Welt.

Vampire / Chronicles of Darkness (●●, Link) lässt Spielende die verborgenen Vampire der Gegenwart verkörpern.

Wer wissen will, wie Rollenspiel angefangen hat, als es vor allem darum ging, Dungeons voller Monster, Fallen und Schätze zu erforschen, sollte einen Blick auf Old School Essentials (●●) oder das modernere Shadowdark (●●, Starter) werfen.

Regelleichte Spiele

Wer mit minimalen Spielregeln gleich mit dem Abenteuer loslegen will, sollte einen Blick auf Spiele wie Tiny Dungeon (●, Link) oder EZD6 (●, Link) werfen. Beliebt sind auch die Powered-by-the-Apocalypse-Spiele (PbtA) wie Dungeon World (●, Link), von denen es zahlreiche Varianten gibt.

Erzählspiele

Manche Spiele sind darauf ausgerichtet, die Spielenden völlig frei und gleichberechtigt erzählen zu lassen. In vielen Fällen geht das so weit, dass alle gleichzeitig Spielleitung sind. Wo es keine Spielleitung gibt, muss auch wenig vorbereitet werden: oft entsteht das ganze Setting improvisiert am Tisch. Dadurch lassen sich besonders originelle Geschichten realisieren, die weit über die typischen Abenteuerrunden hinausgehen.

Ein gutes Beispiel ist Fiasco (●, Link, auch als Kartenspiel), wo in 2–3 Stunden ein regelrechter Film über selbstverschuldete Katastrophen entsteht, à la Fargo oder Pulp Fiction. The Zone (●, Link) geht einen anderen Weg und wirft die Charaktere in eine schaurige Geheimnisvolle Zone à la Stalker, die nur einer überleben wird. Lauter und Fröhlicher geht es in Umläut (●, Link) zu, wo die Spieler darum konkurrieren, wer die erfolgreichste Metal-Band aufstellt.

Falls sich doch eine Spielleitung findet, ist Dread (●, Link) vor allem für Horror-Spiele eine gute Wahl, hier bestimmt statt Würfeln ein Jenga-Turm, ob die Charaktere mit dem Leben davon kommen. Falls sich nicht mal Spielende finden, kann man auf Solospiele wie das preisgekrönte Thousand Year Old Vampire (●, Link) zurück greifen.

Freie Spiele

Wer sich nicht gleich ein Buch kaufen will, findet auch viele freie Rollenspiele im Netz, mit denen gleich los gespielt werden kann.

Sehr einfach und universell sind Risus (●, Link) oder NIP’AJIN (●, Link). Regelleichte, düstere Fantasy findet ihr in Cairn (●, Link).

Anfänger-Profi-Tipp! Viele Rollenspiele bieten gratis verfügbare Proberegeln an, oft mit „Schnellstart“ oder „Einsteiger“ betitelt. Diese enthalten in der Regel schon alles, was ihr für eine Proberunde braucht. Startersets haben wir, falls gefunden, bei den obigen Empfehlungen verlinkt.